Von Juni bis September kann man auf einem Waldspaziergang Glück haben und auf Blaubeeren stoßen. Die auch als Heidelbeere und unter diversen anderen, regional sehr unterschiedlichen Namen bekannte Pflanze gehört zur Familie der Heidekraut-Gewächse, die in der übrigen Zeit im Jahr eher unscheinbar sind und etwa kniehoch werden. Reife Blaubeeren schmecken wunderbar und sind ein köstliches Dessert, Grundzutat für eine wunderbare Marmelade oder auch eine Zutat zum Kuchen. Wer sich die Beeren selbst aus dem Wald holt, darf mit der Weiterverarbeitung allerdings nicht zu lange warten, maximal drei oder vier Tage, denn die Früchte sind sehr druckempfindlich und werden entsprechend schnell matschig.

Die Blaubeere wächst im Wald

Die Wildblaubeere aus dem Wald ist von der Kulturblaubeere zu unterscheiden, die landwirtschaftlich produziert werden und die man im Supermarkt kaufen kann. Letztere stammt eigentlich aus Nordamerika und wird auch bei uns kultiviert. Auch außerhalb der eigentlichen Saison kann man Blaubeeren im Handel kaufen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um Züchtungen handelt, die unter erheblichem Einsatz von Chemie zur Reife gebracht wurden und somit für den Endverbraucher erheblich belastet sind. Ob diese Produkte dann och als gesund bezeichnet werden können, ist zumindest zweifelhaft. Wer auch außerhalb der Saison Blaubeeren genießen möchte, dürfte mit tiefgekühlten Früchten erheblich besser beraten sein.

Heilwirkung ist schon lange bekannt

Blaubeeren gelten in unterschiedlicher Form schon seit langer Zeit als Volksheilmittel. Frische Beeren gelten in größeren Mengen als abführend in der Wirkung, während sie in getrocknetem Zustand eher als Mittel gegen Durchfall bekannt sind. Den Blättern des Blaubeerstrauches wird nachgesagt, dass sie blutzuckersenkend sein sollen. Bei längerem Gebrauch könne es allerdings zu Vergiftungserscheinungen kommen. Dabei sind nicht alle unterstellten Wirkungsweisen bislang wissenschaftlich bewiesen.
Nichtsdestoweniger enthalten Blaubeeren viele gesunde Inhaltsstoffe.

Neben den Vitaminen E und C in recht hohen Konzentrationen, sowie Gerbstoffen und Folsäure sind auch viele Mineralien in den Früchten enthalten. Nachgewiesen ist eine allgemein entzündungshemmende Wirkung. Blaubeeren wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus und können sogar bei der Krebsvorbeugung hilfreich sein. Die enthaltenen Gerbstoffe sind gut für die Darmgesundheit, halten die Harnwege frei und beugen Harnwegsinfekten vor. Auch bei der Behandlung von Krampfadern können sie hilfreich sein. Wer Blaubeeren gerne in seiner Hausapotheke haben möchte, etwa zur Bekämpfung von Verdauungsproblemen, dem sei geraten, auf getrocknete Beeren zurückzugreifen.

Superfood Blaubeere

Im Internet kann man Blaubeerpulver bestellen. Dabei wurden getrocknete Blaubeeren zu Pulver gemahlen und in Tüten abgefüllt. Dieses Pulver kann als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden, um von der heilenden Wirkung der Beere praktisch das ganze Jahr über, also unabhängig von der Erntesaison, profitieren zu können. Auch Blaubeeren werden zu den Pflanzen und Früchten gezählt, die heute auch gerne als Superfood beworben und gehandelt werden.

Man kann darüber streiten, ob der Begriff Superfood nun auf die Blaubeere passt, oder nicht. Sie als Heilpflanze zu bezeichnen, ist gewiss nicht falsch, weil sie tatsächlich sehr viele Inhaltsstoffe hat, die sehr gesund sind und dem Körper gut tun. Außerdem kann sie unterstützend bei bestimmten Krankheitsbildern zum Einsatz gebracht werden. Dennoch vollbringt sie keine Wunder! Man macht aber sicher nichts falsch, wenn man Blaubeeren in eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit einbezieht.