Das Heilmittel Ginseng

Die Pflanze aus der Familie der Araliengewächse (Efeugewächsen) wächst hauptsächlich in Gebirgs- und Waldregionen. Am Häufigsten findet man sie im nördlichsten China, in Korea und im südöstlichen Sibirien. Daher stammen wohl auch die unterschiedlichen Bezeichnungen Asiatischer-, Koreanischer- und Chinesischer Ginseng. In diesen Regionen wird der Ginseng auch schon seit Jahrtausenden als Heilmittel in der Medizin verwendet. Er galt damals als Sinnbild für Gesundheit und ein langes Leben. Der Stellenwert der Kraftwurzel übertraf zu diesem Zeitpunkt sogar den von Gold und so war sie nur im Besitztum von Königen, Kaisern und Adligen.

Im 17. Jahrhundert kam die Superwurzel dann nach Europa, war aber damals noch nicht als solche bekannt. Erst im 20. Jahrhundert wurde sie durch ihre nachgewiesen Wirkungen auch in der Hochschulmedizin populär und wird heute neben einer Reihe von anderen nährstoffreichen Lebensmitteln als sogenanntes Superfood bezeichnet.

Die Ginsengpflanze

Ursprünglich war Ginseng eine wild wachsende Pflanze, die durch die hohe Nachfrage und den hohen Bedarf fast ausgestorben war. Deshalb wird sie heute fast ausschließlich auf speziell angelegten Plantagen angebaut. Die Wirkung des angebauten Ginseng gilt zwar als schwächer als die der wildwachsende Variante, aber so hat auch der Preis dafür nachgelassen. In China wird Ginseng als „Jen Shen“ bezeichnet, was übersetzt von viel wie „Menschenwurzel“ bedeutet. Dieser Begriff entstand wahrscheinlich durch spezielle Aussehender Wurzel, das an den menschlichen Körper erinnern soll. Die Ginsengpflanzen bestehen aus circa 30-60 cm hohen, runden Stängel an dem vier bis fünf gezackte Blätter wachsen, an denen wiederum in den Sommermonaten Juni und Juli grün bis hellgelbe Blüten zu sehen sind.

Diese werden nach der Blüte dann zu kleinen rötlichen Beeren, die von Vögeln gefressen und so verbreitet werden. Obwohl die Pflanze des Ginsengs nicht besonders groß ist, gilt sie als langjährige Pflanze. In der Regel kann die Pflanze nach vier bis sechs Jahren, mit ungefähr 20 cm Länge und 2 cm Breite, vollständig ausgereift geerntet werden. Das Alter erkennt man an der Anzahl von Narben, die jeden Winter entstehen, wenn die Ginsengpflanze ihre Blätter abwirft.

Die Inhaltsstoffe des Ginsengs und die Wirkweise

Der Ginseng zählt zu den meist erforschtesten Lebensmitteln. Wie bei allen Lebensmitteln stecken auch bei der Gisengpflanze die meisten Inhaltsstoffen in der Wurzel. Bis jetzt wurden über 150 Substanzen mit den unterschiedlichsten Wirkungen gegen Krankheiten entdeckt. Einer der Hauptwirkstoffe sind die sogenannten Saponine. Einer der über 200 verschiedenen im Ginseng gefundenen Saponine ist das Ginsenosid. Es zählt als wichtigster Inhaltsstoff der Ginsengwurzel. Neben den Saponinen sind Fettsäuren, Aminosäuren, Peptide, Phenole, Steroide, Cholin und Vitamine in der Kraftwurzel enthalten. Außerdem treten Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium, Phosphor, Kalium und Kalzium und eine große Bandbreite an Spurenelementen wie Bor, Mangan, Vanadium, Kupfer, Zink, Arsen und Germanium auf.

Das Germanium zum Beispiel kommt in sehr hohen Mengen im Ginseng vor und spielt eine sehr wichtige Rolle in der Gesundheitserhaltung des Menschen. Es bekämpft Bakterien und Pilze, wirkt positiv auf die Blutbildung und führt zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung der Zellen. Da krebsbefallene Zellen oft einen Sauerstoffmangel aufweisen, ist dem Germanium eine positive Wirkung im Kampf gegen den Krebs zugeschrieben. Auch bei Herz-Kreislauferkrankungen ist Ginseng ein gutes Medikament.

Es entlastet das Herz-Kreislaufsystem, senkt den Blutdruck und reguliert die Blutgefäße. Interessant ist, dass in den Naturvölkern so gut wie keine Herz-Kreislauferkrankungen bekannt sind. Auch gegen Stress soll das Superfood helfen und so einem Reizdarm, Magengeschwüren und Hautkrankheiten vorbeugen. Zudem wird eine positive Wirkung bei Diabetespatienten, depressiven Menschen und vielen anderen Krankheitsbildern beobachtet.