In Deutschland ist Hafer ein Begriff. Man denkt an Pferde oder Haferbrei. Vielleicht auch an schöne, sommerliche Felder. Tatsächlich gehört es zu den Süßgräsern, die so oft auf Feldern zu finden sind. Darunter ist der Saat-Hafer der, den vor allem auch die Menschen als Nahrung wie Haferflocken nutzen. Die Systematik von Hafer ist anders, als bei anderen Getreidearten. Die Frucht bildet sich als weit verzweigter Blütenstand, auch Rispe genannt und ist somit mit einem Fächer zu vergleichen. Die meisten anderen Blüten wachsen als Ähre, entlang eines Halms. Außerdem fehlen dem Hafer Blattröhrchen.

Mit Hafer wird Stroh produziert, aber auch Nahrungsmittel, die noch dazu sehr hochwertig und nahrhaft sind. Nur die äußere Hülle wird entfernt, da diese nicht verdaulich für den menschlichen Körper ist. Alles Weitere bleibt erhalten, weshalb es als Vollkornprodukt bezeichnet wird. Es ist ein Nährstofflieferant, der schon in kleinen Mengen eine Menge für die Gesundheit tut.

Die Geschichte des Getreides

Vor tausenden von Jahren war Hafer relativ unbeachtet, während andere Getreidearten längst entdeckt waren und teilweise schon gezüchtet wurden. Obwohl man davon ausgeht, dass schon unsere Vorfahren in der Steinzeit Hafer gesammelt haben, erkannte man den Wert des Hafers letztendlich erst vor etwa 3000 Jahren. Dies mag der an der Art der Blüten liegen. Ähren lassen sich einfach ernten, wohingegen Rispen widerständsfähiger sind. Hafer kam ursprünglich rund um das Mittelmeer, sogar auf den Kanaren, bis hin nach Eurasien und Ostafrika vor. Davon gab es die meisten Arten in Spanien und Nordwestafrika. Hafer ist sehr widerstandsfähig, kann somit auch auf tristen Böden wachsen und liefert dennoch viele Nährstoffe.

Was Hafer alles kann

Hafer ist ein alles Könner und ist eines der gesündesten Getreidearten. Es enthält Dreiviertel des Tagesbedarfs an Vitamin B1, zudem eine Menge an Magnesium, Eisen und Zink. Auch weitere Vitamine sind zu finden, sowie Ballaststoffe. Das Schöne daran ist, Hafer ist glutenfrei, was eine gesunde Alternative für Menschen mit Glutenunverträglichkeit ist. Zink und Biotin, was ebenfalls im Hafer vorhanden ist, ist gut für Haare, Haut und Nerven. Auch das bereits genannte Vitamin B1 ist gut für die Nerven. Neben Vitamin B6, was auch einen positiven Effekt auf die Psyche haben kann, sogar das wichtigste Vitamin für unsere Nerven. Aber es ist auch für die Verarbeitung von Kohlenhydraten wichtig. Hafer enthält so viel Eisen, dass es bei einer fleischfreien Ernährung ein wunderbarer Ersatzlieferant ist. Außerdem liefert es zudem auch Vitamin C und Magnesium. Hervorzuheben sind die Ergebnisse einer Studie über Hafer in Bezug auf Diabetes und Insulin. Die Ballaststoffe im Hafer wirkten sich positiv auf eine Insulinresistenz aus. Es werden daher oft Hafer-Kuren gemacht, da nach nur weniger Zeit die Blutzuckerwerte verbessert werden können. Außerdem soll sich das Diabetesrisiko bei einer regelmäßigen Einnahme reduzieren.

Was kann man aus Hafer machen?

Aus Hafer kann man viele Lebensmittel herstellen. Am bekanntesten sind sicherlich Haferflocken, die mit anderen Körnern ins Müsli gemischt werden. Doch auch Hafergrütze und Hafermehl lassen sich aus dem Getreide herstellen. Tatsächlich gibt es auch in einigen Regionen Haferwhiskey und im Mittelalter war Haferbier ziemlich bekannt.