Die gesunde Wurzel

Ob Ingwer, Ingwerwurzel, Immerwurzel oder Ingber. Jeder von uns hat die Knollenförmige Pflanze schon einmal gesehen. Ob im Supermarkt oder in einer Kochsendung im Fernsehen, sie taucht sehr häufig auf. Sie soll die nötige Würze in unser Essen bringen und Gesund soll sie dazu auch noch sein. Aber woher kommt die Knolle eigentlich? Und ist sie wirklich so Wertvoll, wie alle behaupten?

Herkunft des Ingwer

Ingwer wird seit Jahrtausenden als wertvolles Gewürz und Heilmittel von vielen Kulturen geschätzt und verwendet. Die Römer verlangten sogar eine Steuer für die Wurzel, so lieb war ihnen der Ingwer. Die Pflanze kommt Ursprünglich aus China und Indien. Später kam sie dann nach Europa, wo sie schon im Mittelalter zum Kochen verwendet wurde. Jetzt ist die Knolle immer noch Populär. Ursprünglich wuchs die Pflanze im Regenwald, nun wird sie aber in Plantagen gezüchtet. Es gibt drei Sorten von Ingwer: grüner, schwarzer und weißer Ingwer. Ingwer aus Nigeria schmeckt am schärfsten, Ingwer aus Jamaika am intensivsten und Ingwer aus China am vollmundigsten.

Aussehen – die Knolle

Fast jede kennt sie, hat sie schon einmal probiert oder gesehen. Die braune, unförmige, eigenartige Knolle. Doch die Knolle sieht nicht immer so aus. Bevor sie die Knollenform erreicht, wächst sie zunächst als Pflanze heran. Sie ist zunächst eine Staude und kann bis zu einem Meter hoch werden. Außerdem besitzt die Pflanze einen verzweigten Wurzelstock, der gelblich-braun ist. Des Weiteren hat die Pflanze gelbe Blüten. Im inneren der Ingwerknolle kommt eine gelbliche Farbe zum Vorschein. Diese schmeckt sehr aromatisch, da hier die meisten Scharfstoffe enthalten sind.

Heilende Wirkung von Ingwer

Nicht nur scharf und würzig, sondern noch viel mehr! Ingwer wird oft als Heilmittel angepriesen. Würde man alle Wirkungen aufschreiben, könnte man damit wahrscheinlich hunderte Bücher füllen. Es wirkt vitalisierend und entspannend. Außerdem wirkt es sich positiv auf alle Organe aus und es wirkt Antibakteriell. Die Durchblutung wird gefördert und die Blutgerinnung wird gehemmt. Ob bei Kopfschmerzen, einer Erkältung oder Übelkeit. Ingwer steht als Heilmittel ganz weit oben auf der Liste der Hausmittel. Außerdem hemmt Ingwer bestimmte Krebsarten wie kolorektale Karzinome, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Lungenkrebs. Durch die Reduktion der „Klebrigkeit“ von Blutplättchen verringert die Wurzel auch das Risiko von Herzerkrankungen. Und nicht nur für die Menschen ist es von großer Bedeutung. Auch die Tiere können von der Knolle profitieren. Vor allem bei Arthrose der Pferde soll Ingwer helfen.

Anbau – tropisch und exotisch

Es gibt große Anbaugebiete für Ingwer. Sie liegen in den Tropen und in den Subtropen. Nigeria hat das größte Anbaugebiet weltweit. Indien ist der größte Produzent der Pflanze. Und China kann sich als größter Exporteur behaupten. Wer möchte, kann die Pflanze allerdings auch bei sich zu Hause anbauen. Unter günstigen Bedingungen, kann sie im Garten gedeihen. Frost überlebt sie allerdings nicht. Wer eine Dekopflanze für sein Zimmer benötigt kann die Ingwerpflanze auch hierfür benutzen. Sie muss nur mäßig feucht gehalten werden, dann wächst sie recht schnell.

Inhaltsstoffe – was steckt drin?

Ingwer Antioxidantien: Mehr als zwölf Arten sind hiervon in der Pflanze enthalten. Ingwer Gingerol: Dieser Wirkstoff verleiht dem Ingwer den typisch scharfen Geschmack. Außerdem dient der Wirkstoff zur entzündungshemmenden Wirkung und als schmerzstillendes Mittel. Des Weiteren sorgt der Wirkstoff für eine gesunde Verdauung und wirkt gegen Übelkeit und Kopfschmerzen.

Ingwer Zingeron

Er ist wirksam gegen das E. coli Bakterium, von dem fast jeder schon einmal gehört hat oder damit zu tun hatte.

Ingwer Shogaole

Hierdurch wird der Appetit gesteigert und gleichzeitig wird die Gallensaftproduktion angeregt. Außerdem fördert er die Durchblutung im Körper.

Ingwer als Superfood

Man hört es überall: Clean Eating, Chia-Samen, Goji-Beeren und Matcha. Superfood klang für mich zunächst nach einer Marketingstrategie, um Kunden die teuren Produkte aufzuschwatzen, da sie deinen Körper doch so fit und im vollen Glanz erstrahlen lassen sollen. Doch weit gefehlt.

Es gibt verschieden Kriterien damit ein Lebensmittel den englischen Begriff „Superfood“ tragen kann. Folgende Kriterien gehören dazu:

  • von bestimmten Nähr-, Wirk- oder Vitalstoffen wird eine sehr große Menge überliefert, deutlich mehr als bei üblichen Nahrungsmitteln
  • es ist naturbelassen
  • vollwertiges ganzheitliches Lebensmittel
  • es muss nicht lecker schmecken
  • es muss nicht teuer sein
  • es kann auch direkt vor der mitteleuropäischen Haustür wachsen

Und deshalb kann man sagen- Ja! Ingwer zählt zu den Superfood’s. Experten empfehlen Ingwer in jedes Getränk zu mixen. Ingwer kann sehr lange im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wie bewahre ich das Superfood auf? Frischer Ingwer sollte kühl, dunkel und trocken aufbewahrt werden. Am besten in das Gemüsefach vom Kühlschrank legen und mit einem Papiertuch umwickeln. So hält er sich locker 3 Wochen. Im Gefrierfach kann die Haltbarkeit werden, aber eingefrorener Ingwer kann auch seine wertvollen Wirkstoffe verlieren.

Ingwer als Detox- Produkt

Ingwer ist perfekt hierzu, denn die ätherischen Öle bringen die Verdauung in Schwung und die Schärfe heizt uns sein und lässt Fettzellen schmelzen. Als eines der wenigen Gewürze passt es zu Salzigem aber auch zu Süßem. Ob in Suppen, Curry, aber auch in Keksen oder Eis macht er sich super. Und zum Detox-Projekt: Roh schmeckt er toll in Säften und Smoothies. Hierzu immer schön frischen Ingwer wählen. Dann gibt es noch das Ingwerwasser. Heißes Ingwerwasser ist super um den Stoffwechsel anzukurbeln und am besten trinkt man davon gleich morgens erstmal eine große Kanne. Wenn man wenig Zeit hat, bringen es auch die Ingwertropfen. Die kann man in der Apotheke kaufen und daraus auch ein Ingwerwasser machen.

Ingwer kaufen

Frisch kann man den Ingwer gut im Reformhaus oder in der Bio-Gemüse Abteilung kaufen. Man sollte nur darauf achten, dass die Knolle fest, prall und schön saftig ist. Die Schale sollte nicht gewellt sein. Außerdem gibt es den Ingwer gemahlen zu kaufen.

Nicht einnehmen bei:

Für Schwangere ist zu viel Ingwer nicht gut, da Wehen ausgelöst werden können. Da Ingwer wahrscheinlich die Blutgerinnung hemmt, sollte es nicht bei Krankheiten die mit Marcumar behandelt werden verzehrt werden. Außerdem kann es bei Überschreitung der täglichen Dosierungsempfehlung zu Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Durchfall oder Reizungen im Mund kommen. Für Kinder unter 2 Jahren ist Ingwer noch nichts. Bei einem Erwachsenen sind etwa 1 Teelöffel frischer Ingwer unbedenklich. Besondere Vorsicht gilt für Diabetiker, da Ingwer den Blutzucker senken lassen kann. Man sollte mit seinem Arzt abklären ob Komplikationen auftreten können, falls das Medikament sich nicht mit dem Ingwer verträgt.

Verwandte des Ingwers

Gelbwurz oder Kurkuma genannt, ist mit dem Ingwer verwandt und enthält super Wirkstoffe. Es soll angeblich gegen Lippenherpes helfen und Alzheimer-Plaques auflösen. Ob und wie sich Ingwer und Kurkuma in ihrer Heilung tatsächlich unterscheiden muss erst noch untersucht werden.

Fazit

Gesunde Lebensmittel in die Ernährung zu integrieren ist oft einfacher, als man glaubt. Kombinationen aus gesunden nährstoffreichen Lebensmitteln beleben den Alltag, und sorgen für Freude beim Essen. Denn Essen soll nicht nur gesund sein, sondern auch schmecken, Kraft geben und glücklich machen. Die Wunderknolle hilft unter anderem bei Erbrechen und Übelkeit, hemmt Entzündungen, stärkt das Herz, regt den Magen an, die Durchblutung wird gefördert, die Leber gestärkt, steigert die Gallensaftausscheidung und hat eine antibakterielle und antioxidative Wirkung.