Ursprung und Geschichte des Kakaos

Allem Anschein nach hat Anbau der Kakaobohne in Honduras begonnen. Man fand in Puerto Escondido Schalen und Gefäße mit Rückständen von Theobromin. Theobromin ist eine chemische Verbindung aus der Stimulantien Gruppe. Es ist in seiner Struktur dem Coffein ähnlich und wirkt ebenfalls anregend auf das zentrale Nervensystem. Theobromin befindet sich in den Kakaobohnen des Kakaobaums sowie in Teepflanzen und Kolabäumen. Seit dem 14. Jahrhundert war die Pflanze den Azteken bekannt und wurde als heilige Pflanze verehrt. Die Bohnen der Frucht wurden zu einem Gewürztrank aus Kakao, Wasser, Mais, Cayennepfeffer, Vanille und einer Prise Salz verarbeitet und darüber hinaus als Zahlungsmittel verwendet.

Durch die Eroberung Mexikos im Jahre 1519 durch die spanischen „Conquistadores“ wurde das „braune Gold“ schnell in Europa verbreitet. Damit wurde der Kakaoanbau mit Sklaveneinsatz auf die europäischen Kolonien in Ecuador, Venezuela und später auch auf einige Gebiete in Brasilien ausgedehnt. Im 18. Jahrhundert ging die Verbreitung weiter in der Karibik und in niederländischen Kolonien in Südamerika. Die portugiesische Kolonie und Inselgruppe São Tomé und Príncipe war um 1900 schon weltgrößter Kakaohersteller. Cadbury und andere Schokoladehersteller boykottierten die Produktion von dort als bekannt wurde, dass die Herstellung unter Sklaverei ähnlichen Umständen durchgeführt wurde, obwohl die Sklaverei bereits abgeschafft und verboten war. Heutzutage wird Kakao hauptsächlich in Afrika angebaut. Die Elfenbeinküste ist mit 33% der Hauptproduzent.

Kakaoanbau

Der Kakaobaum kann bis zu 12 Meter groß werden, jedoch kürzt man ihn bei vier bis acht Meter wegen der leichteren Ernte. Es ist ein immergrüner Baum mit 15-20 cm langen Früchten, den Trockenbeeren. Er blüht das ganze Jahr über und trägt auch immer Früchte, wird aber nur zweimal im Jahr geerntet. Der Botaniker Carl von Linné nannte sie „Speise der Götter“. Die ersten Früchte sind nach fünf bis sechs Jahren zu erwarten und sind grünlich-gelb bis rot. Sie haben eine Länge von bis zu 30cm und wiegen ca. ein Pfund. Im Fruchtfleisch, genannt Pulpa, liegen bis zu 50 Samen in fünf Längsreihen angeordnet, welches die sogenannten Kakaobohnen sind.

Der Baum gedeiht in warm-feuchtem Klima und wird deshalb in Gegenden bis 20 Grad nördlicher und südlicher Breite angebaut. Da er sich aber bei direkter Sonnenbestrahlung nicht richtig entwickelt, nimmt man eine Mischbepflanzung vor, mit beispielsweise Bananenpflanzen, Kokospalmen, Mango oder Avocado. Dadurch wird erreicht, dass der Kakaobaum genügend Schatten erhält. Etwa drei Prozent der gesamten Ernte weltweit ist Edelkakao. Als Edelkakao werden nur bestimmte Kakaosorten genannt, die einen exquisiten und intensiven Geschmack aufweisen.

Von der Ernte bis zur Röstung

Nachdem die Kakaofrüchte geerntet sind, werden zunächst die Bohnen mit der Pulpa vorsichtig gelöst und herausgenommen. Alles zusammen wird danach in Kästen gegeben, abgedeckt und bei einer Temperatur von 40-50 Grad Celsius fermentiert. Der Zucker wird dabei gegart und es laufen verschiedene Prozesse ab, die für den Geschmack verantwortlich sind. Nach der Fermentation werden die Bohnen ausgebreitet und sonnengetrocknet. Dann sind sie fertig zum Export. Wenn sie im Bestimmungsland ankommen, werden sie zunächst zu den Schokoladeherstellern gebracht. In den Fabriken werden sie zuerst von noch bestehenden Verunreinigungen gesäubert und durchlaufen zu dem Zweck mehrere Siebstufen. Danach erfolgt eine Debakterisierung mit Wasserdampf um noch vorhandene Keime und Mikroorganismen abzutöten. Dann erst erfolgt die Röstung und die Weiterverarbeitung zu Schokolade.

Gesundheitliche Aspekte des Kakaos

Kakaobohnen haben einen hohen Gehalt an Antioxidantien. Deshalb sind sie für unsere Gesundheit so wertvoll. Es gibt zahlreiche Untersuchungen und Studien die zeigen, dass der Konsum von Kakao viele gesundheitsfördernde Wirkungen haben kann. Es wurden positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Cholesterinspiegel festgestellt. Durch Kernspinuntersuchungen wurde nachgewiesen, dass sich die Gehirndurchblutung verstärkt. Regelmäßiger Genuss von flavanolhaltiger Schokolade unterstützt die Hautfunktionen und kann somit bedeutend zu einer verzögerten Hautalterung beitragen. In einer Studie der Universität l’Aquila zusammen mit der Firma Mars Inc. wurde herausgefunden, dass die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Menschen durch die im Kakao enthaltenen Flavanole verbessert werden kann.