Wie wird Kokoszucker hergestellt

Produziert wird der Kokoszucker oder Kokosblütenzucker aus dem Nektar der Kokospalme. Da die Kokospalme eben auch eine Palme ist, ist der Kokoszucker eine von vielen Palmzuckerarten. Zur Gewinnung des Kokoszuckers werden die Blütenknospen der Kokospalme abgeschnitten. Hieraus tropft dann der Blutungssaft, der auch Kokosnektar genannt wird. Der Kokosnektar wird nun in einem Topf aufgefangen und dann zu einem Sirup eingekocht oder in einem Vakuum-Dampfkocher bei niedrigen Temperaturen weitererhitzt. Dadurch bilden sich die Kokosblüten-Zuckerkristalle.

Danach wird er in flache Behälter verteilt, zwecks schnellerer Auskühlung und Erstarrung. Die dabei entstehenden Zuckerblöcke müssen dann wieder zerkleinert werden, um den Kokoszucker anschließend wie normalen Zucker verwenden zu können. Da das Anschneiden der Blütenstände das Wachstum von Kokosnüssen verhindert, wird immer wieder Kritik an der Nachhaltigkeit laut.

Man kann eben nur den Sirup ernten oder Kokosnüsse wachsen lassen. Andererseits muss man sagen, dass die Palmen nicht gefällt werden müssen, um Kokoszucker herzustellen. Dadurch braucht man nicht immer wieder neue Kokosnusspalmen anzupflanzen. Die Kokosnusspalme trägt ununterbrochen Früchte, somit wird das ganze Jahr über geerntet. Eine Kokosnusspalme hat in etwa die gleiche Lebensdauer wie der Mensch und man kann von einer einzelnen Kokospalme über 70 Jahre Kokoszucker erzeugen.
Kokoszucker wird vorwiegend in Südostasien hergestellt, aber auch in der Karibik, Südamerika, Indien, Pakistan, Sri Lanka und in Afrika.

Wodurch unterscheidet sich Kokoszucker von Haushaltszucker?

Beide Zuckerarten sind eine Kohlenhydratverbindung, die Saccharose. Und beide Zuckerarten werden gleich verwendet. Jedoch hat der Kokoszucker einen wesentlich niedrigeren glykämischen Index (GI) als der normale Zucker. Der glykämische Index bestimmt in Zahlen die Wirkung einer kohlenhydrathaltigen Nahrung auf den Cholesterinspiegel. Beim Kokosblütenzucker liegt er bei 32 und damit gerade mal bei der Hälfte des Wertes, den unser Rohr- und Rübenzucker hat.

Kokoszucker

Traubenzucker hat sogar einen glykämischen Index von 100. Durch den niedrigen glykämischen Wert ist der Kokoszucker für Menschen mit Zuckerempfindlichkeit besser bekömmlich. Lebensmittel mit niedrigem GI sind vorteilhaft für unsere Gesundheit, da sie den Blutzuckerspiegel in gleichmäßiger und zudem langsamer Weise ansteigen lassen. Lebensmittel, die einen hohen glykämischen Index aufweisen, lassen den Blutzuckerspiel innerhalb kurzer Zeit rapide ansteigen. Durch den Verzehr solcher Lebensmittel werden die Bauchspeicheldrüse sowie andere Körperzellen überlastet, was langfristig zu dem Diabetes Typ 2, Insulinresistenz und Hypoglykämie führen kann. Der Verzehr hochglykämischer Nahrung kann Studien zufolge auch das Risiko für einige Krebserkrankungen erhöhen. Genannt wurden in dem Zusammenhang Brustkrebs und Darmkrebs.

Weitere Forschungen haben belegt, dass auch Gallenblasenerkrankungen durch die Einnahme hochglykämischer Lebensmittel begünstigt werden. Sogar beim Abnehmen kann der Kokoszucker helfen. Die Inhaltsstoffe des Kokoszuckers sind eine Reihe von Micronährstoffen. Namentlich sind es Fett, Calcium, Protein, Kalium, Zink, Magnesium, Schwefel, Kupfer, Glucose, Sucrose, Fructose und Wasser. Damit hat der Kokoszucker nicht nur einen wesentlich geringeren glykämischen Index gegenüber dem Haushaltszucker, sondern auch ein Vielfaches an Antioxidantien und Mineralstoffen. Der Kokoszucker ist ein nährstoffreiches Lebensmittel und bringt damit beachtenswerte Vorteile auf den Tisch und stellt eine gute Alternative zu anderen Süßungsmitteln dar.

Geschmack und Bezugsquellen

Der Kokoszucker schmeckt nicht so süß wie herkömmlicher Zucker und weist keinen Kokosgeschmack auf, wie man aufgrund des Namens vielleicht denken könnte. Er hat einen etwas malzigen und caramelligen Geschmack. Man kann ihn genauso wie braunen Zucker verwenden.
Erhältlich ist er in Asialäden, Reformhäusern und Bioläden. Beim Kauf sollte man sich von seiner Reinheit überzeugen, denn oftmals werden andere Palmzuckersorten untergemischt.