Mehr als Unkraut

Löwenzahn gehört zu den Gewächsen, die eine Wiese von einem Rasen unterscheiden. Das gelb blühende Kraut ist unter vielen, teilweise wenig schmeichelhaften Namen bekannt. Butter- oder Pusteblume sind da noch die harmlosesten. Als Lebensraum kommt es auch noch mit dem schmalen Spalt zwischen zwei Betonplatten aus. Die Pflanze ist ein echter Überlebenskünstler. Selbst dort, wo kaum noch irgendwelche Nährstoffe zu vermuten wären, bohren sich die langen und kräftigen Wurzeln in die Tiefe. Als Gärtner hat man nur dann eine Chance, wenn man die Pflanze komplett ausgräbt.

Reißt man sie nur ab, wächst sie einfach nach und ins kurzer Zeit ist alles wie vorher. Beim Anblick von Löwenzahn muss man sich schon sehr bewusst darauf konzentrieren, dass es so etwas wie Unkraut aus pflanzenkundlicher Sicht nicht gibt. Andererseits sind Unverwüstlichkeit und Hartnäckigkeit ja Eigenschaften, die nicht nur schlecht sind und einem irgendwie auch sympathisch erscheinen. Betrachtet man außerdem die Eigenschaften des Löwenzahns als Heilpflanze, dann wird das Gewächs schon beinahe zu einem guten Freund.

Nicht Unkraut, sondern Wunderkraut

Die schier unerschöpfliche Lebenskraft, die der kleinen Pflanze scheinbar innewohnt, kann auch der Mensch für die Stärkung seiner eigenen nutzen. Ähnlich wie der Ginseng ist Löwenzahn ein allgemeines Stärkungsmittel, das auf den gesamten Körper wirkt und ihn im Zustand der Schwäche wieder auf Touren bringt.

Beschwerden im gesamten Verdauungsbereich können behoben werden. Die Produktion von Magensaft wird angekurbelt, der Appetit wird angeregt und Verkrampfungen im Magen- und Darmbereich werden gelöst. Löwenzahn wirkt außerdem harntreibend, ohne dass dabei für den Körper wichtige Mineralien ausgeschwemmt werden. Durch die Stärkung und Ansprache verschiedener Organe wie den Nieren und der Leber steht einer Ausscheidung angesammelter Gifte im Körper nichts mehr im Wege. Der Einsatz von Löwenzahn als Heilpflanze kommt auch bei Krankheiten wie einer Leberzirrhose, Gallensteinen oder bei Gelbsucht in Frage. Allerdings kann eine Behandlung hier kein Alleingang sein, sondern sie sollte in enger Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Auch bei einer erforderlichen Regulierung des Blutzuckerspiegels ist Löwenzahn hilfreich. Verschiedene Studien untermauerten in den vergangenen Jahren die Ansicht, dass Löwenzahn beziehungsweise bestimmte Anteile daran, als Mittel betrachtet werden können, mit dem man Krebs zumindest aufhalten kann. Das Besondere daran wäre, dass es ein nicht-toxisches Mittel wäre. Damit wäre eine Behandlung mit Löwenzahnwurzelextrakt für den Körper weitaus weniger belastend als zum Beispiel eine Chemotherapie. Die Verwendung solcher Extrakte befindet sich allerdings noch im Versuchsstadium.

Wo findet man Löwenzahn?

Selbst für Stadtmenschen ist die Frage, wo man Löwenzahn findet, nicht sonderlich schwer zu beantworten. Während man für die Beschaffung anderer Kräuter schon mal kleine Expeditionen in nahe Waldgebiete oder andere Naturräume in Kauf nehmen muss, genügt es bei Löwenzahn tatsächlich, einfach vor die Tür zu treten. Man wird nicht lange brauchen, bis man einen gefunden hat. Auch in Balkonblumenkästen sind schon welche gesichtet worden.

Aus Löwenzahn kann man sich einen Salat machen, oder sich aus den getrockneten Blättern einen Tee kochen. Presst man die Pflanze aus, erhält man einen weißen Saft, der ebenfalls verwendbar ist. Die Verarbeitung der Wurzel zu einem Extrakt ist da schon ein wenig aufwendiger. Wer sich die Arbeit sparen will und nicht selbst sammeln gehen möchte, kann natürlich auch entsprechende Präparate im Internet erstehen. Hier gibt es eine reiche Auswahl an Tees, Tropfen, Säften sowie Dragees und Kapseln zum Einnehmen.