Grünalgen

Nur etwas für Wale?

Dass sich die größten Lebewesen unserer Erde von den kleinsten ernähren, klingt paradox, entspricht aber den Tatsachen. Bartenwale, und dazu gehört der Blauwal als größter Vertreter seiner Ordnung im Tierreich, ernähren sich von Plankton. Dabei ist zwischen Zooplankton und Phytoplankton zu unterscheiden. Das Zooplankton besteht aus winzigen Krebschen und anderen Lebewesen, die der Blauwal mit seinen Barten wie mit einem riesigen Sieb in großen Mengen aus dem Wasser fischt.

Es wird auch „Krill“ genannt und ist seine wesentliche Nahrung. Das Phytoplankton wiederum ist im Pflanzenreich angesiedelt und setzt sich aus verschiedenen Algenarten und Mikroorganismen zusammen. Das Phytoplankton dient dem Zooplankton als Nahrung, steht also ganz am Anfang der Nahrungskette. Da es Algen auch im Süßwasser gibt, erklärt der Zusatz „marin“, dass von den Meeren und Ozeanen als Lebensraum die Rede ist.

Funktionen des Phytoplanktons

Das allein ist schon faszinierend, doch damit ist über die Funktion des Phytoplanktons keineswegs alles gesagt. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine der ältesten Lebensformen auf der Erde. Es wird geschätzt, dass es Phytoplankton bereits seit etwa drei Milliarden Jahren gibt. Wenn man feststellt, dass alles Leben erdgeschichtlich betrachtet aus dem Meer kommt, dann ist Phytoplankton dafür der Ursprung. Es macht heute etwa ein Viertel der pflanzlichen Lebewelt auf unserem Planeten aus und produziert den größten Teil des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre.
Die Planktonforschung gibt es etwa seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, und noch immer werden neue Organismen entdeckt, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Angesichts der stetig wachsenden Weltbevölkerung stellte sich natürlich auch die Frage, ob dieser Grundstoff jeglichen Lebens nicht auch direkt zur Ernährung des Menschen genutzt werden kann. Einer der bedeutendsten Pioniere der Meeresforschung, der Franzose Cousteau, formulierte nicht umsonst seine Vision, dass die Zukunft der Ernährung in den Ozeanen läge.

Soweit es das Phytoplankton betrifft, waren die Ergebnisse der bisherigen Studien verblüffend. Denn es enthält so ziemlich alles, was der Körper an Nährstoffen benötigt! Und es ist hundertprozentig verwertbar. In der Regel enthält weniger als die Hälfte der Masse eines Nahrungsmittels Nährstoffe, die der Körper auch aufnehmen kann. Sollten wir mit dem Blauwal also mehr gemeinsam haben, als wir denken?

Für uns klingt das neu, doch in vielen Ländern Asiens gehört der Verzehr von Meeresalgen und bestimmten Seetang Arten schon sehr lange zur Tradition. Das weiß jeder, der schon einmal Sushi gegessen hat, denn die kleinen Röllchen aus Fisch und Reis werden von einem Algenblatt zusammengehalten.

Wie wirkt Marines Phytoplankton auf den Körper?

Zunächst einmal muss man festhalten, dass das Phytoplankton, das zur Zeit als Präparate für die menschliche Ernährung angeboten wird, nicht einfach aus dem Meer gefischt wird, sondern kontrolliert in abgeschlossenen Systemen gezüchtet wird. In Anbetracht der teilweise drastischen Verschmutzung der Weltmeere ist dies beruhigend. Man hat herausgefunden, dass die in marinem Phytoplankton enthaltene Energie den Körperzellen direkt und ohne die Notwendigkeit einer Energieumwandlung zugeführt wird. Diese unmittelbare Energiezufuhr erfolgt dementsprechend auch schneller als bei den meisten anderen Nahrungsmitteln. Für jemanden, der beispielsweise im Arbeitsleben erheblichen Belastungen oder auch Stress ausgesetzt ist, wird es eine direkte Unterstützung darstellen.

Die Sauerstoffaufnahme der Zellen wird verbessert, was zur Folge hat, dass sich auch die langfristige Leistungsfähigkeit der Muskulatur in Form von Ausdauer verbessert. Natürlich fördert die gezielte Ansprache der Zellen auch deren schnellere Erneuerung. Dies gilt ebenso für eine sichtbar schönere und glattere Haut, als auch für den Abbau von im Körper enthaltenen Giften.

Das Körpergefühl verbessert sich insgesamt, und die Regenerationsphase während des Schlafs wird effektiver genutzt. In marinem Phytoplankton sind auch Omega-3-Fettsäuren enthalten, die der Körper nicht selbst herstellen kann, aber unbedingt braucht. Sie fördern die allgemeine Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel des Gehirns sowie die Sehkraft.

Bekommt man Marines Phytoplankton im Fischgeschäft?

Man ist noch lange nicht soweit, dass man Phytoplankton in ähnlicher Form als Nahrungsmittel erwerben kann wie Kartoffeln oder Nudeln.
Stattdessen erhält man es als Präparat im Internet sowie im gut sortierten Bioladen oder Reformhaus. Von der flüssigen Form werden einige wenige Tropfen täglich empfohlen, vom gefriergetrockneten Pulver ein bis zwei Teelöffel pro Tag, um eine körperlich spürbare Wirkung zu erzielen. Allerdings wird unterstrichen, dass es kein Ersatz, sondern die Ergänzung für eine abwechslungsreiche und ansonsten gesunde Ernährung sein soll.

Was muss man beachten?

Die Vorstellung, dass Menschen das marine Phytoplankton als Grundnahrungsmittel für sich standardisieren, ist angesichts des wachsenden Problems, die Weltbevölkerung zu ernähren, ein verlockender Gedanke. Doch der Klimawandel erweist sich auch in dieser Hinsicht als Hemmnis. Noch gibt es wenige belastbare Erkenntnisse über die tatsächlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das Leben im Meer und vor allem auf die diesbezüglich relevanten Zusammenhänge. Doch es steht bereits fest, dass der Bestand an Phytoplankton in den Ozeanen seit 1950 um etwa 40 Prozent abgenommen hat.

Nachdem außerdem bereits heute rund drei Viertel der Hochsee-Fischbestände als überfischt gelten, sollte der Mensch es sich gut überlegen, ob er sich bereits ganz am Anfang der Nahrungskette in Konkurrenz zu den Meeresbewohnern begibt. Einmal mehr gilt, dass die Menschheit ihren Lebenswandel grundlegend überdenken und ändern muss, anstatt sich immer wieder neue Quellen zu erschließen. Die Folgen dieses Tuns werden immer unkalkulierbarer und eine Umkehr immer schwieriger!