Die Pomeranze ist eine Zitruspflanze und wird auch Bitterorange genannt. Pomeranzen sind kleiner als Orangen, haben einen Durchmesser von 7-10cm und sind bitter im Geschmack. Die Früchte haben eine dickere Schale als die normalen Orangen und weisen Unebenheiten auf. Die Pomeranze wurde durch Kreuzung einer Pampelmuse mit einer Mandarine erzeugt. Soweit bekannt ist, stammt sie aus dem Himalaya, wurde aber schon recht früh durch die Kreuzfahrer nach Europa gebracht.

Die Hauptanbaugebiete liegen im südlichen Italien (Sizilien), Spanien, Marokko und Paraguay. Der Baum der Bitterorange wird in freier Natur bis zu 10m hoch und ist immergrün. Er wächst im Mittelmeerraum und die Früchte werden im Januar und Februar geerntet. Die Bäume mit den weißen Blüten und leuchtend orangenen Früchten schmücken Parkanlagen und Orangerien in ganz Europa und werden als Symbole für Macht und Reichtum angesehen. Pomeranzen können Temperaturen bis zu minus 2 Grad Celsius vorübergehend aushalten und gelten damit als die winterhärtesten Zitruspflanzen überhaupt. Der Pomeranzenbaum wird auch gerne zur Veredelung von Zitruspflanzen eingesetzt, da er gegenüber Schädlingen weniger anfällig ist als zum Beispiel die Orange.

Wo finden Pomeranzen Verwendung?

In der Lebensmittelherstellung

Die Pomeranze hat viele Aufgaben, obwohl ihre Früchte aufgrund ihrer Bitterkeit nicht roh gegessen werden. Die gesamte Frucht samt Fruchtschale wird zu Orangenmarmelade verarbeitet. Dabei wird die Schale zuerst abgeschält und in kleine Stücke geschnitten wird. Dann wird sie dem Gelee untergemischt. Die Schale wird auch für die Herstellung von Orangeat benötigt, ein wichtiger Bestandteil der hierzulande beliebten Christstollen. Die Pomeranze ist für Gourmets von besonderer Bedeutung und findet gerne in Saucen Verwendung. In der Alkoholindustrie werden aus kaltgepressten Schalen ätherische Öle hergestellt, die eine wichtige Geschmackskomponente für die Herstellung von Curacao, Grand Marnier und Cointreau darstellen. Auch für Bitterorangen-Limonaden werden Pomeranzen benötigt. Die Schalen der unreifen Früchte werden getrocknet und für die Teeherstellung verwendet.

In der Parfümerie/Duftherstellung

Die Pomeranze liefert auch einen nicht geringen Beitrag in der Duftherstellung. So werden beispielsweise aus Blättern und Zweigen das „Petitgrainöl“, aus der Fruchtschale Bitterorangenöl für das „Eau de Cologne“ und für andere Duftwässerchen, die einen Zitronenduft aufweisen hergestellt und aus den Blüten stammt das Neroliöl, bei dessen Herstellung Orangenblütenwasser als Nebenprodukt entsteht. Weiterhin werden aus den Blüten Kosmetik, Bade- und Aromaöle hergestellt.

Medizinische Aspekte der Pomeranze

Ja und zwar nicht zu wenig. Auf dem medizinischen Gebiet tut die Pomeranze auch gute Dienste. So ist sie als blutdruck- und fiebersenkend bekannt, weist schlaf- und verdauungsfördernde Wirkungen auf, wirkt krampf- und schleimlösend und hat eine wurmtreibende Wirkung. Die Schale steigert die Magen- und Darmbewegungen, verstärkt die Bauchspeicheldrüsen- und Gallensekretion und wirkt appetitanregend. Die Blüten der Pflanze können Stimmungsschwankungen ausgleichen und bewirken ein besseres und schnelleres Einschlafen. Das ätherische Öl der Schale hat eine desinfizierende Wirkung. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nimmt die Pomeranze einen hohen Stellenwert ein.

Wo kann man Pomeranzen kaufen?

Im normalen Obst- und Gemüsegeschäft wird man höchstwahrscheinlich keine Pomeranzen finden. Es müsste schon ein Geschäft sein, das sich auf exotische Früchte spezialisiert hat. Sonst kann man sie gewöhnlich in Obstläden finden, die von Arabern, Türken, Ägyptern oder Italienern betrieben werden. Aber man kann auch seinen Obst- oder Gemüsehändler bitten, die Früchte auf Bestellung vom Obst-Großmarkt mitzubringen.