Eine Knolle macht Karriere

Die Blüten sind hübsch und erinnern entfernt an Sonnenblumen. Das ist nicht verwunderlich, denn mit denen ist Topinambur eng verwandt. Wie so vieles andere lernten die Europäer die Pflanze bei der Entdeckung Amerikas kennen. Der Name geht zurück auf das Volk der Tupinambá-Indianer. Was die Nutzung durch den Menschen betrifft, so befindet sich der entscheidende Bereich der Pflanze unter der Erde. Gemeint sind die Knollen, die Topinambur im Wurzelbereich ausbildet. Sie erinnern vom Aussehen her ein wenig an Ingwer, haben damit jedoch nichts zu tun.

Die Geschichte des Topinambur

Als zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts unter französischen Auswandern in Kanada eine Hungersnot ausbrach, stießen diese auf der Suche nach Essbarem auf die Knollen, deren Genuss ihnen letztlich das Leben rettete.  Wenig später schickten sie welche nach Europa, wo sie als eines der vielen Wunder der Neuen Welt bestaunt und als „Indianer-Kartoffel“ bezeichnet wurden. Bald erfreute sich die süß schmeckende Topinambur in Europa allgemeiner Beliebtheit. Doch schließlich setzte sich die Kartoffel als Grundnahrungsmittel durch, weil ihr Anbau deutlich effizienter war. Dennoch wurde Topinambur weiterhin genutzt. Nämlich für die Produktion von Zucker sowie als Futterpflanze.

Auch wenn sie heute kaum noch von wirtschaftlicher Bedeutung ist, wird die Pflanze außer in Afrika fast überall angebaut. In Deutschland findet insgesamt nur noch wenig Anbau statt, vor allem aber in Baden. Dort dient die Knolle unter anderem zur Herstellung von Schnaps. In den letzten Jahren wird mit Topinambur auch bei der Produktion von Bioenergie experimentiert, da die Pflanze mit Kraut und Knollen über eine erhebliche Biomasse verfügt.

Topinambur als Nahrungsmittel und Superfood

Durch die zunehmende Hinwendung zu bewussterer Ernährung wird Topinambur allerdings auch langsam als sehr gut verträgliches Nahrungsmittel wiederentdeckt.…und obendrein gesund! Tatsächlich kann den vielen Eigenschaften der Topinambur noch eine wesentliche hinzugefügt werden, nämlich ihre medizinische Bedeutung. Seit den 20er Jahren wird es als Gemüse zur Unterstützung der Behandlung von Diabetikern gereicht. Denn es beinhaltet sehr viele Ballaststoffe, die ein Sättigungsgefühl auslösen, das lange anhält. Dabei enthält Topinambur Fruchtzucker, der sich nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Ernährungstechnisch betrachtet ist Topinambur also ein guter Ersatz für die Kartoffel.

Wirkweise von Topinambur

Hinzu kommt ein weiterer Effekt, der Menschen, die Gewicht verlieren wollen, sehr entgegen kommt. Topinambur besteht zu rund 80 % aus Wasser und enthält nur wenige Kalorien. Zusammen mit der beschriebenen Eigenschaft als Sattmacher ist die Knolle zum Abnehmen überaus gut geeignet.
Verschiedene Mineralien und Vitamine unterstützen dabei das Nervensystem in seinen Funktionen. Die Gesundheit von Knochen und Zähnen wird ebenso gefördert wie Blutbildung und die allgemeine Verfügbarkeit von Energie für den Körper. Die in der Pflanze enthaltenen Polyphenole schützen sie in der Natur vor Umwelteinflüssen, die der Pflanze schaden würden.

Eine Ähnliche Wirkung hat das Verzehren von Topinambur auch auf den menschlichen Körper. Es wurde herausgefunden, dass eine Vorbeugung gegenüber verschiedenen Arten von Entzündungen bis hin zu Krebs entsteht. Topinambur ist also gesund und obendrein schmeckt es gut! In der Küche kann man Topinambur ähnlich vielfältig wie Kartoffeln behandeln. Man kann sie kochen, aber auch backen oder in der Pfanne braten. Selbst Topinambur Püree oder auch der Einsatz als Rohkost ist machbar.

Wo bekommt man Topinambur?

Es handelt sich um ein Wintergemüse, das bei uns in den Monaten von Oktober bis Mai geerntet wird. In diesem Zeitraum sollte man es in einem gut sortierten Bioladen kaufen können, oder man versucht es auf dem Wochenmarkt.