Die Walnuss gehört der Familie der Walnussgewächse an. Hauptsächlich ist sie auf der Nordhalbkugel der Erde anzutreffen. In Amerika findet man sie vom Süden Kanadas bis zum Norden Argentiniens, im asiatischen Raum ist sie in Ostchina, Korea, Japan und der Mandschurei verbreitet. Die sogenannte „Echte Walnuss“ ist die einzige Walnuss in Europa. Das natürliche Vorkommen ist im östlichen Mittelmeergebiet, in Vorder- und Mittelasien sowie auf der Balkanhalbinsel. Im Himalaya gedeiht sie in Höhen bis zu 3300 Meter. In Deutschland trifft man den Baum vor allem in den Weinbergregionen an.

Die Echte Walnuss

Der botanische Name der echten Walnuss ist „Juglans Regia“ und bedeutet so viel wie Königliche Frucht des Jupiters. Lange Zeit galt sie nicht als Nuss, sondern als Steinfrucht. Sie ist auch bekannt unter den Namen Walnussbaum oder Walnuss. In Österreich heißt sie Welsch Nuss und in der Schweiz sagt man Baum Nuss. Die echte Walnuss ist ein sommergrüner Laubbaum. Er wird 15-25 Meter hoch, zuweilen misst man sogar 30 Meter. Die Walnussbäume können bis zu 160 Jahre alt werden und sind erst nach 60 bis 80 Jahren ausgewachsen.

Die Walnuss bildet eine breite, ja majestätische Baumkrone mit einem Durchmesser von 12 Metern aus, ihre Blätter sind unpaarig gefiedert und werden bis zu 30cm lang. Die Rinde des jungen Baumes hat eine graue Farbe und ist glatt, beim älteren Baum wird sie zunehmend dunkler und weist tiefe Risse auf. Die Walnuss steht von April bis Juni in Blüte. Der Walnussbaum hat eine große wirtschaftliche Bedeutung, zum einen aufgrund der Früchte, zum anderen liefert der Baum selbst ein kostbares Holz. Dieses edle Holz wird wegen seiner schönen Maserung u.a. gerne für exklusive Möbel, Parkettböden, Pfeifenköpfe und Bilderrahmen verwendet.

Anbaugebiete der Walnuss

Bekannt und berühmt ist der Walnussbaumbestand in den USA, in Kalifornien. Im „Fruitbelt“, dem Fruchtgürtel im Cental Valley, gibt es auf über 90.000 Hektar Walnussplantagen mit über 30 verschiedenen Walnussarten. Da die Blüten und Hölzer sehr witterungsempfindlich sind, ist das Klima in Kalifornien geradezu ideal. Die Walnuss gedeiht bestens auf tiefgründigen, frischen, nährstoff- und kalkreichen Lehm- und Tonböden. Im Central Valley findet die Walnuss diese Voraussetzung zusammen mit einem milden Klima und mehr als 300 Sonnentagen im Jahr. In Kalifornien werden Jahr für Jahr 350.000 Tonnen Walnüsse geerntet.

 

Die USA selbst verbraucht davon den größten Teil, Hauptimporteur ist die Bundesrepublik Deutschland. Ein weiteres großes und sehr bekanntes Anbaugebiet gibt es in Kirgisistan im Tianshan-Gebirge. Kirgisistan weist die größten Nussbaumbestände der Welt auf, obwohl das Land mit nur 4% Waldfläche eines der waldärmsten Länder Asiens ist. In Höhenlagen zwischen 1000 und 2000 Metern erreichen die Bäume hier eine Höhe bis zu 30 Meter.

Aussehen und Beschaffenheit

Bis zur ersten Ernte braucht die Walnuss fünf bis sieben Jahre, dafür liefert sie die Nüsse dann aber mehr als 100 Jahre! An einem einzigen Baum können bis zu 4000 Walnüsse hängen. Die Nussfrucht ist runzelig und gefurcht und wird von einer harten, hölzernen Nusswand „Perikarp“ geschützt. Sobald die Walnuss eine braune, rissige Schale bekommt, ist sie reif und kann gepflückt werden. Je nach Pflanzengattung sind die Nüsse unterschiedlich groß und geformt. Die Länge der Nüsse reichen von 2,5 bis 8 cm und von 2,5 bis 5cm in der Breite, wobei sie runde, eiförmige, ovale oder schnabelförmige Formen aufweisen können. Die Schale ist ca. 2mm dick.

Lagerung und Aufbewahrung der Nüsse

Nach der Ernte werden die ganzen oder auch geschälten Nüsse luftgetrocknet. Zur bestmöglichen Lagerung darf die Feuchtigkeit nur noch ca. 8% betragen. Sie werden sehr kühl (zwischen null und vier Grad Celsius) in Silos aufbewahrt und können so ohne Qualitätseinbußen über ein Jahr gelagert werden. Auch im häuslichen Gebrauch sollte man sie kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Geöffnete Tüten geschälter Walnüsse sollten schnell verbraucht werden.

Gesund mit Walnüssen

Walnüsse enthalten viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Leider sind sie aber auch echte Kalorienbomben mit einem Fettgehalt von über 60%. Aber diese Fette sind gesund und decken mit 50g täglich bereits den Omega 3 Bedarf eines Erwachsenen. In Walnüssen sind die Vitamine der B-Gruppe und E-Gruppe, womit der Fettstoffwechsel unterstützt wird, enthalten. Darüber hinaus enthalten sie Kalium, wichtig für Muskeln und Nerven. Daneben sind auch Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium in den Nüssen enthalten. Eine Handvoll Walnüsse täglich soll sich vorteilhaft auf die Cholesterinwerte auswirken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Auch der Eiweißgehalt ist mit 15% hoch, eine besonders interessante Nahrungsergänzung für Vegetarier. Amerikanische Studien ergaben, dass die entzündungshemmenden Zellschutzstoffe vor Brustkrebs schützen können. Demnach kann mit einem täglichen Verzehr von ca. 50 g Walnüssen das Risiko einer Krebs-Erkrankung stark vermindert werden. Es ist kein einzelner Nährstoff der Walnuss, der für dieses Ergebnis verantwortlich ist, sondern vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Komponenten, welche die Walnuss zum Superfood machen und vor einer möglichen Entstehung von Tumoren schützen.

Eine weitere Studie von 2013 an der Harvard School of Public Health in Boston belegte, dass die Walnuss auch eine vorbeugende Wirkung auf Diabetes haben kann. Über einen Zeitraum von 10 Jahren wurden Untersuchungen durchgeführt. Dabei ergab sich, dass bei einem zweimal wöchentlichen Verzehr von jeweils 28 Gramm Walnüssen das Risiko an Diabetes zu erkranken, um ein Viertel gesenkt werden kann. Bei den Vorzügen der Walnuss, sollte aber auch noch erwähnt werden, dass nicht jeder Walnüsse verträgt. Da das Eiweiß in den Nüssen einen besonders hohen Anteil an Serotonin hat, kann es bei einigen Menschen Kopfschmerzen hervorrufen. Auch Nussallergien sind nicht selten und daher sollte bei Unverträglichkeiten auf den Genuss der Walnuss verzichtet werden.

Die Walnuss in der Küche

Walnüsse kann man natürlich erst einmal pur genießen. Besonders lecker sind sie auch im Müsli, im Joghurt und im Gebäck. Salaten geben sie eine besondere Note. Man kann aber letztlich jede Mahlzeit mit Walnüssen anreichern, sei es im Brot, als Smoothie, in Asia-Rollen oder Suppen, z.B. eine Gemüse-Creme-Suppe oder eine Curry-Kürbis-Suppe mit Walnüssen. Daneben gibt es etliche Hauptgerichte wie etwa Fusilli mit Entenragout und Walnüssen oder feuriges Chili mit Walnüssen etc. Und haben Sie schon einmal ein Bananen-Walnuss-Eis oder einen Bratapfel mit Orangen Vanille-Sauce getoppt mit Walnüssen probiert? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, das Superfood Walnuss auf vielfältige Art zu genießen.